Rechnen

Seit langem ein Eintrag und dann auch noch zum rechnen. Nicht direkt aber schon ein bisschen.

Der Anlass ist dieser Artikel bei der sz. Es geht mal wieder um Musikdownloads – aber nein, nicht um illegale sondern um vollkommen legale, denn diese sind jetzt die nächste grooooooooße Gefahr für die arme Musikindustrie.

In diesem Kleinod des Journalismus wird – vollkommen unreflektiert – eine Studie von informationisbeautiful.com wiedergegeben. Darin heißt es wohl, dass ein Künstler 1.289 Alben zu je 9,99 USD verkaufen müsste um den amerikanischen Mindestlohn von 1160 USD zu erreichen. Das Beispiel wird dann weitergerechnet und so wären also 12.889 Downloads zu 99 Cent nötig, um das Ziel, den Mindestlohn zu erreichen.
Hier wurde dann auch schon der Punkt, an dem die Logik für mich endet überschritten.
Bei einem Downloadportal wie iTunes, Amazon MP3 und co soll (nach meinem Verständnis des Textes) also für den Künstler (!) weniger rüberspringen, als beim Verkauf im „normalen“ Handel. Setzen wir mal den Preis, der auch im Online Vertrieb gewählt wird für den Einzelhandel vor raus:

9,99 USD
-Steuer
-Einzelhändler
-Zwischenhändler
-Produktion (kleiner Cent-Betrag)
-Plattenlabel

Dazu im Gegensatz steht bei Amazon MP3 (und so ziemlich jedem anderen Online-Verkäufer):

9,99 USD
-Steuer
-Amazon
(-Plattenlabel)

Ich frage mich als Künstler also: Bei was mache ich mehr Gewinn? Und was läuft hier Falsch?

*Mir geht es in dem Text übrigens mehr darüber mich über die Süddeutsche aufzuregen, als über die „Studie“. Diese nämlich erwähnt durchaus auch nachvollziehbare Vergleichswerte für die Zahlen und auch Rechnungen für den Einzelhandel. Zu finden hier.

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