Posts Tagged ‘musik’

Rechnen

Posted in Allgemein on April 20th, 2010 by m0r – 9 Comments

Seit langem ein Eintrag und dann auch noch zum rechnen. Nicht direkt aber schon ein bisschen.

Der Anlass ist dieser Artikel bei der sz. Es geht mal wieder um Musikdownloads – aber nein, nicht um illegale sondern um vollkommen legale, denn diese sind jetzt die nächste grooooooooße Gefahr für die arme Musikindustrie.

In diesem Kleinod des Journalismus wird – vollkommen unreflektiert – eine Studie von informationisbeautiful.com wiedergegeben. Darin heißt es wohl, dass ein Künstler 1.289 Alben zu je 9,99 USD verkaufen müsste um den amerikanischen Mindestlohn von 1160 USD zu erreichen. Das Beispiel wird dann weitergerechnet und so wären also 12.889 Downloads zu 99 Cent nötig, um das Ziel, den Mindestlohn zu erreichen.
Hier wurde dann auch schon der Punkt, an dem die Logik für mich endet überschritten.
Bei einem Downloadportal wie iTunes, Amazon MP3 und co soll (nach meinem Verständnis des Textes) also für den Künstler (!) weniger rüberspringen, als beim Verkauf im “normalen” Handel. Setzen wir mal den Preis, der auch im Online Vertrieb gewählt wird für den Einzelhandel vor raus:

9,99 USD
-Steuer
-Einzelhändler
-Zwischenhändler
-Produktion (kleiner Cent-Betrag)
-Plattenlabel

Dazu im Gegensatz steht bei Amazon MP3 (und so ziemlich jedem anderen Online-Verkäufer):

9,99 USD
-Steuer
-Amazon
(-Plattenlabel)

Ich frage mich als Künstler also: Bei was mache ich mehr Gewinn? Und was läuft hier Falsch?

*Mir geht es in dem Text übrigens mehr darüber mich über die Süddeutsche aufzuregen, als über die “Studie”. Diese nämlich erwähnt durchaus auch nachvollziehbare Vergleichswerte für die Zahlen und auch Rechnungen für den Einzelhandel. Zu finden hier.

GEMA – Brauche Geld

Posted in Politik on April 1st, 2009 by m0r – 4 Comments

Gegenüber dem Handelsblatt ließ Patrick Walker, Director of Video Partnership für Europa, verlauten, die GEMA hätte im Rahmen neuerlicher Verhandlungen einen Betrag von 12 Cent pro abgespieltem und von der GEMA verwerteten Musikvideo sowie umfangreiche Statistiken über die Abrufe von Musikvideos gefordert.

http://www.computerbase.de/news/internet/webdienste/2009/april/youtube_musikvideos_deutschland/

12 Cent sind 0,12€. Sagen wir es wären gerade mal 10 million Abrufe innerhalb eines Monats. 0,12€*1.000.000=1.200.000€. Ein hübsches Sümmchen, dass man sich da bei der GEMA ausgerechnet hat. Wieviel letztendlich tatsächlich abgerufen wird, weiß ich nicht, es dürfte allerdings einiges über 1 million pro Monat liegen. Was als abgespielt und was als halb abgespielt gilt, ist ebenso nicht klar. Schlimm genug.

Doch das eigentlich kriminelle: umfangreiche Statistiken. Zuwas brauchen die bitte Statistiken und dann auch noch umfangreich? Die Anzahl der Zugriffe von deutschen IPs reichen etwa nicht? Wahrscheinlich wollen die feststellen, was um 9 Uhr morgens eher als um 9 Abends angehört wird. Schon komisch dieses Internetz…

So langsam scheint es Zeit für ein privates VPN z.B. in die USA zu werden, dann könnte man ja auch hulu und co benutzen…

Ich habe einen besseren Vorschlag:

GEMA für Handygangster und zwar direkt vom Vertrag/der Karte abbuchen. Vielleicht hat es dann mal ein Ende, denn:

Öffentlich ist laut GEMA jede Situation, in der mehr als zwei Personen, die nicht miteinander verwandt oder befreundet sind, zusammen Musik hören.
(GEMA-Vermutung, § 13b Urheberrechtswahrnehmungsgesetz)
http://www.leitz.com/deDE/KnowHow/GEMA.html

*Die GEMA hat sich wohl auf die uuuuuunglaublich niiiiiiedrige Summe von 1 (euro)cent herabgelassen. In England/Großbritanien bezahlt YT/google wohl nur ein fünftel. Zu lesen bei der Zeit.